Familien-Projektreise Uganda '08

11. bis 27. August 2008

Nachdem die Nachfragen zu den gemeinsamen Projektreisen von Tukolere Wamu e.V. und der Bruderschaft Salem immer mehr wurden, vor allen Dingen auch von Personen die nur in den Schulferien an einer solchen Reise teilnehmen können, entschlossen sich Tukolere Wamu e.V. und die Bruderschaft Salem gemeinsam, während der Sommerferien 2008 eine zusätzliche Projektreise nach Uganda zu veranstalten.

Dies ermöglichte insbesondere Familien mit schulpflichtigen Kindern die Teilnahme an der Reise.

So starteten wir am 11. August von Frankfurt aus zu einer Reise, welche zu einer Kombination aus Bildungsreise und Ferienlager werden sollte.

Wir, das sind 21 Erwachsene und 13 Kinder aus ganz Deutschland.

Die Reise führte uns per Flugzeug von Frankfurt aus über Addis Abeba in Äthiopien weiter nach Entebbe in Uganda. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus bis nach Mbale im Nordosten Ugandas. Gleich bei Mbale befindet sich das Salemdorf, das Ziel unserer Reise.

Hier kamen wir nach einer sehr anstrengenden, 30-stündigen Reise spät Abends endlich an.

Am ersten Tag unseres Aufenthaltes in Uganda stand für unsere Kinder der Besuch einer ugandischen Schule auf dem Programm. So folgten wir der Einladung der "Grace Primary School Mbale" und besichtigten deren Gebäude, lernten etwas über den Schulalltag in Uganda und genossen die Musik-, Tanz- und Theateraufführungen, welche die Schüler der "Grace Primary School Mbale" für uns einstudiert hatten.

Am zweiten Tag stand der Besuch des Salem Kinderdorfes auf dem Programm. Auch hier sollte der Tagesablauf kennen gelernt werden, wobei diesmal "learning by doing" angesagt war. Die weißen Kinder durften Kochbananen vom Baum ernten, Fußbälle aus Bananenblättern basteln, Holz fürs Feuer holen, Kraut und Kochbananen (Matoke) fürs Mittagessen vorbereiten, mit den Waisenkindern aus dem Kinderdorf spielen, die kleinsten unter ihnen waschen, aufs Töpfchen setzen und vieles mehr.

Sipi und Mt. Elgon - ein zweitägiger Ausflug stand auf dem Programm.

Auf der Ladefläche eines LKW ging es früh morgens los zum Besuch der Sipi-Wasserfälle und des "Forest Exploration Centres" im Mt. Elgon National Park. Hier konnten die Kinder etwas über die Pflanzen- und Tierwelt am Mt. Elgon, über die Forstwirtschaft in Uganda, den natürlichen Kreislauf des Wassers oder die, noch in den Kinderschuhen steckende, Mülltrennung in Uganda lernen. Ein volles Programm, das keine Langeweile aufkommen ließ, weder für die Kinder noch für die Erwachsenen.

Auf allen Ausflügen wurden wir übrigens von ugandischen Kindern aus dem Salemdorf begleitet.

Sonntag in Uganda - wer wollte ging in die Kirche, andere machten einen Spaziergang oder schliefen einfach aus.

Gegen Mittag fuhren wir wieder zurück in das Salemdorf.

Mit Blick auf das bevorstehende Fußballturnier Uganda gegen Deutschland, wurde schon mal auf dem in der Nachbarschaft liegenden Fußballplatz eifrig trainiert. Neben einem ordentlichen Muskelkater konnte man sich hier die eine oder andere Blessur holen. Es zeichnete sich aber schon beim Training ein hoher Zuschauerzulauf ab.

Andere zogen es vor ein kühles Bad im aus Deutschland importierten Pool zu nehmen. Für die meisten ugandischen Kinder war es da erste Mal, dass sie mit dem ganzen Körper im Wasser waren. Ein für uns unvorstellbares Erlebnis.

Mbale - heute stand der Besuch der sechstgrößten Stadt Ugandas auf dem Programm.

Mbale liegt im Osten Ugandas, etwa 200 km (Luftlinie) nordöstlich der Hauptstadt Kampala und nahe des Mt. Elgon.

Die Stadt hat ca. 84.000 Einwohner und ist Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts.

Mbale entstand im beginnenden 20. Jahrhundert und wurde von europäischen Siedlern gegründet. Die Straßen der Stadt sind daher rasterförmig angelegt. Die Wirtschaft wird größtenteils von indischen Händlern regiert, die auch einen Großteil der Bevölkerung darstellen.

Die Stadt ist das Handelszentrum der Region, insbesondere für den hier angebauten Kaffee.

Neben der Kaffefabrik haben wir die Polytechnische Schule und den Markt von Mbale besucht. Es gab die Möglichkeit heimische Produkte einzukaufen und zu bummeln.

Anschließend verbrachten wir den Nachmittag im Mbale Resort Hotel wo wir auch sehr gut zu Mittag gegessen haben.

Die Bilder:

oben: eine Straße im Zentrum von Mbale

links: ungebrannte Kaffeebohnen, getrennt vom Fleisch der Kaffeekirsche

unten: mit Holzkohle betriebene Bügeleisen und Gemüse auf dem Markt

Für die uns begleitenden ugandischen Kinder aus dem Salemdorf war es ein außergewöhnliches Erlebnis in einem solchen Haus zu Essen und vor allen Dingen in einem solchen Pool zu baden.

Die Mehrheit aller Kinder in Uganda, wenn sie nicht gerade an einem See oder Fluss leben, wäscht sich durch Abspritzen mit Wasser. Ein komplettes Bad im Wasser ist völlig unüblich oder unbekannt. Kaum ein Kind in Uganda kann deshalb schwimmen.

Hier wurde mit "technischen Hilfsmitteln" und menschlicher Unterstützung dafür gesorgt, dass keines der ugandischen Kinder den Badetag in schlechter Erinnerung behielt.

Es war ein großer Spaß für alle!

"Tukolere Wamu stellt sich vor" - dieser Tag stand ganz im Zeichen der Arbeit unseres Vereins.

In verschiedenen Gruppen wurden unterschiedlichste, von Tukolere Wamu unterstützte Projekte besichtigt:

z.B. das Buchanagandi Gesundheitszentrum, das Nagwere Seminarzentrum, die Kakutu Primary School, die Bulangira Secondary School, die Sironko Nähschule und viele andere.

Die Bilder:

oben: Einweihung eines neuen Gebäuderohbaus für die Bulangira Secondary School welcher durch Spenden von Schülern der Maria-Sibylla-Merian-Realschule in Dusslingen finanziert wurde.

links: das fertig gestellte Nagwere Seminarzentrum

unten: das neue Operationsgebäude des Buchanagandi Gesundheitszentrums (links im Januar 2007 und rechts im August 2008)

darunter: Szene in Pallisa; anstehen für Kerosin (zum Betreiben von Lampen) unter Polizeischutz.

Das Motto des folgenden Tages hieß "Buschtour".

Es gab verschiedene Touren mit unterschiedlichen Zielen zur Auswahl. Die Tour der Kinder mit einigen erwachsenen Begleitpersonen führte über einen Wochenmarkt in einem kleinen Dorf bis hin zum Lake Kyoga.

Der Kyogasee ist ein relativ seichter See im Zentrum Ugandas. Er wird vom Viktoria-Nil durchflossen, der vom Viktoriasee kommend zum Albertsee weiterfließt.

Die seichten Flächen und Uferregionen sind meist von Wasserlilien, Papyrus und Wasserhyazinthen bewachsen.

Projekttag

Je nach Wunsch, Erfahrung und den Möglichkeiten vor Ort hatte jeder die Möglichkeit ein Projekt seines Interesses zu begleiten und wenn möglich, selbst mitzuwirken.

So wurden in verschiedenen Gruppen Stoffbeutel genäht, Babys geimpft, Maschinen und Geräte gewartet und repariert, Software installiert, mit Behinderten gearbeitet, Aids-Projekte besucht und vieles, vieles mehr.

Projekttag

Und am späten Nachmittag fand dann endlich das von allen herbeigesehnte Fußballturnier "Uganda gegen Deutschland" statt.

Es wurde zu einem unglaublich tollen und friedlichen Event mit zahlreichen Zuschauern, spannenden und fairen Spielen und ausgeglichenen Ergebnissen. Außerdem war es für alle einfach eine "rießen Gaudi"!

Folgende Ergebnisse der Spiele "Uganda : Deutschland" wurden erzielt:

Jugend: 1:1 - Damen: 0:2 - Herren: 4:0

Alle von uns mitgebrachten, von deutschen Firmen und Fußballvereinen gestiftete Trikotsätze wurden nach den Spielen den ugandischen Mannschaften überlassen.

Ein weiteres Highlight auf unserer Reise war der Lake Mburo National Park.

Nach einer langen Fahrt mit Stoppover auf dem Äquator haben wir spät abends den Park erreicht.

Hier hatten wir dann die Möglichkeit in der Abenddämmerung oder kurz nach Sonnenaufgang auf die Pirsch zu gehen und konnten auf dem See Boot fahren.

Sowohl auf dem See wie auch an Land konnten wir sehr viele Tiere beobachten.

Die letzten beiden Nächte in Uganda verbrachten wir im Ulrika Guest House in Entebbe. 

Von hier aus besuchten wir die Hauptstadt Kampala wo wir Kunsthandwerkermärkte, Museen und Galerien besichtigen konnten. Zur Befriedigung der Einkaufswut gab es hier auch genügend Möglichkeiten - es konnten die letzten ugandischen Schillinge unter das Volk gebracht werden.

In Entebbe haben wir den zoologischen Garten und den botanischen Garten besucht und so die letzten Eindrücke von Fauna und Flora Ugandas sammeln können.

Kampala ist die Hauptstadt von Uganda mit etwa 1,35 Millionen Einwohnern und gleichzeitig einer der 77 Distrikte von Uganda. Sie liegt einige Kilometer vom Viktoriasee entfernt.

Kampala wuchs um ein Fort herum, welches von Frederick Lugard 1890 für die British East Africa Company gebaut wurde. Der Name leitet sich von Kasozi K'Empala her, was Hügel der Antilopen bedeutet. Der zentrale Nakasero-Hügel in Kampala soll zur Zeit der Stadtgründung von domestizierten Impala-Antilopen beweidet worden sein, die im Besitz des Königs von Buganda standen. Von 1900 bis 1905 war der Ort Hauptstadt des britischen Protektorats Uganda. 1962 löste Kampala Entebbe als nationale Hauptstadt ab. Vieles der Stadt wurde nach dem Sturz des Diktators Idi Amin im Jahre 1979 und in dem nachfolgenden Bürgerkrieg zerstört.

Kampala ist ursprünglich eine Siedlung der Luganda sprechenden Baganda, die noch immer einen großen Teil der Bevölkerung stellen. Daneben leben auch Mitglieder vieler anderer ugandischer Ethnien sowie Asiaten und Europäer in der afrikanischen Metropole.

Das Klima ist durch die Lage in der Nähe des Äquators ganzjährig ausgeglichen warm, aber auf Grund der Höhenlage nicht übermäßig heiß (mittlere Höhe: 1155 m).

Quelle: Wikipedia

 

Entebbe ist die ehemalige Hauptstadt Ugandas. Die Stadt hat 62.971 Einwohner und liegt etwa 35 km von der heutigen Hauptstadt Kampala entfernt auf einer Halbinsel im Viktoriasee.

Entebbe, deren Name in Luganda Sitz bedeutet, war früher der Platz an dem ein Baganda-Führer Rechtsstreitigkeiten entschied. 1893 verlegte der britische Kolonialbeamte Sir Gerald Portal seinen Verwaltungssitz nach Entebbe und führte damit zur späteren Bedeutung der Stadt. Noch heute befinden sich hier einige Ministerien, zum Beispiel für Gesundheit, für Immigration und für Arbeit.

Entebbe beherbergt den Entebbe International Airport, den internationalen Flughafen Ugandas. Die israelische Armee führte hier 1976 die Operation Entebbe durch, als Kidnapper mit Hilfe der ugandischen Regierung Idi Amins ein Flugzeug der Air France gefangen hielten, um die Freiheit von mehreren inhaftierten PLO-Mitgliedern zu erzwingen.

Entebbe besitzt noch eine Anlegestelle am Viktoriasee mit einem Fischereihafen im Aufbau. Seitdem Port Bell als Hafen Kampalas benutzt wird, legen hier jedoch keine Schiffe mehr an. Die Stadt besitzt einen botanischen Garten und einen Zoo. Im botanischen Garten der Stadt sind in den 1930er Jahren Außenaufnahmen der Tarzan-Filme mit Johnny Weissmüller gedreht worden.

Quelle: Wikipedia

Nach einem tollen Abschlussabend im Restaurant des Ulrika Guest House verabschiedeten wir uns am Dienstagnachmittag schweren Herzens von Uganda und dem Victoriasee.

Hinter uns liegt eine beeindruckende Reise mit sechzehn aufregenden und erlebnisreichen Tagen die zu Hause noch lange für Gesprächsstoff sorgen werden.

© Tukolere Wamu e.V. 

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